Konsortium

Die Technische Universität Dresden (TUD) ist eine der größten Technischen Universitäten in Deutschland. Als Volluniversität offeriert sie mit ihren 18 Fakultäten ein weitgefächertes Angebot aus 124 Studiengängen und deckt ein breites Forschungsspektrum ab. Seit 2012 gehört die TUD zu den deutschen Exzellenz-Universitäten.
Die Arbeitsgruppe Wissen-Denken-Handeln (AG WDH) an der Fakultät Psychologie der TUD bearbeitet seit mehr als 20 Jahren praxis- und anwendungsorientierte Forschungsprojekte zu arbeitspsychologischen Themen. Dazu gehören u. a. die präventive, bedingungszentrierte Arbeits- und Organisationsgestaltung, Betriebliche Gesundheitsförderung sowie die Unterstützung von Veränderungs- und Innovationsprozessen.
Unter der Leitung von Sen.-Prof. Dr. rer.nat.habil. Dr. phil.h.c. Winfried Hacker arbeitet die AG WDH im Sinne der renommierten „Dresdner Schule“ der Arbeitspsychologie und entwickelt diese weiter. Als Expertin für die menschengerechte Gestaltung moderner und künftiger wissensintensiver Arbeit und dialogisch-interaktiver Arbeit unterstützt sie das Projekt durch arbeitswissenschaftliche Methoden und Gestaltungsansätze für eine humanzentrierte Gestaltung der Interaktionsarbeit. Darüber hinaus übernimmt die AG WDH die Koordination des Verbundvorhabens SO-SERVE.

Die Universität Leipzig (UL) ist eine Volluniversität mit einem umfassenden Fächerspektrum und reichhaltigen Forschungsumfeld. Sie ist damit ein institutioneller Ort zur Gestaltung wissenschaftlich, sozial, ökonomisch und kulturell wirksamer Ideen und Lösungen inmitten der sich dynamisch verändernden Gesellschaft einer globalisierten Welt.
Das Universitätsrechenzentrum (URZ) der UL ist ein zentraler Akteur im Kontext der Digitalisierung von Lehre und Forschungsinfrastrukturen zur Verbesserung daten- und rechenintensiver wissenschaftlicher Anwendungen.
Unter der Leitung von Herrn Dr. Stefan Kühne wurde die wissenschaftliche Ausrichtung des URZ verstärkt. Mit den Arbeitsschwerpunkten Datenmanagement und Softwareintegration, Semantische Technologien und Big Data sowie vertiefend im Bereich Service Engineering wird die Entwicklung IT-basierter Dienstleistungen sowie die ingenieurmäßige ganzheitliche Integration komplexer IT-Strukturen in enger Kooperation mit natur-, geistes- und sozial- sowie kulturwissenschaftlichen Anwendungsdisziplinen erforscht.
Im Projekt SO-SERVE bringt das URZ seine Expertise auf dem Gebiet des Service Engineering ein und greift auf die Kompetenz in der Entwicklung technischer Lösungen zurück, um die Anwendungspartner bei der Gestaltung menschengerechter Interaktionsarbeit zu unterstützen.

Die KINDERVEREINIGUNG Leipzig e. V. (KVL) ist seit 1999 als Träger von Kindertageseinrichtungen und Einrichtungen der Jugendhilfe in der Stadt Leipzig, dem Landkreis Leipzig und im Landkreis Mittelsachsen tätig. Im Bereich der Kinderbetreuung betreibt der e. V. insgesamt 13 integrative Einrichtungen und betreut in diesen ca. 1.165 Kinder im Vorschulalter. Etwa 250 PädagogInnen sowie 10 Hausmeister sind in multiprofessionellen Teams in den Kitas tätig.
Die KINDERVEREINIGUNG Leipzig e. V. versteht ihre Kitas als Zentren der Bildung, Begegnung und des Zusammenlebens von Kindern, ihren Familien und unseren MitarbeiterInnen. Im Sinne einer inklusiven Lebenseinstellung respektieren wir dabei die Einzigartigkeit eines jeden Menschen von Geburt an, achten nationale, politische und konfessionelle Zugehörigkeiten, und möchten zu einem friedlichen Miteinander beitragen. Hierzu werden vertrauensvolle und verlässliche Beziehungsräume für das gesunde Heranwachsen von eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten geschaffen. Unsere Beziehungsarbeit ist getragen von fachlicher Kompetenz, konsequenter Kindorientierung und kontinuierlicher Überprüfung. Die Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität in den Einrichtungen nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein, und geschieht kooperativ und netzwerkorientiert. Unter dem Dach der KVL agieren Kitas mit unterschiedlichen pädagogischen Ausrichtungen, aber einem gemeinsamen Leitgedanken und Rahmenkonzept für die pädagogische Arbeit, welches in enger Zusammenarbeit aller leitenden Beschäftigten erarbeitet wurde.
Im Rahmen von SO-SERVE werden die Anforderungen für die menschengerechte Arbeitsgestaltung in der Kinderbetreuung formuliert und unter wissenschaftlicher Begleitung umgesetzt. Hierzu werden zwei Kindertageseinrichtungen und deren Mitarbeitende einbezogen, um gemeinsam praktikable Lösungen zur Vereinfachung der Dokumentationsaufwände, der Informationsdistribution und des Wissensaustauschs zu entwickeln und somit die Arbeitsgestaltung nachhaltig zu verbessern.

Die Bosold Pflege GmbH ist seit 2005 als ambulanter Pflegedienst im Leipziger Süden tätig. Das Leistungsangebot beinhaltet Grund- (SGB XI) und Behandlungspflege (SGB V), hauswirtschaftliche Hilfe, Betreuungs- und Entlastungsleistungen sowie Beratungen bei pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen in ihrem Zuhause. Die Bosold Pflege GmbH betreibt zusätzlich ein Betreutes Wohnen und ein selbstorganisiertes Pflegeteam nach dem niederländischen Buurtzorg-Modell in Leipzig Connewitz.
Die Bosold Pflege GmbH ist ein etablierter Ansprechpartner für hilfebedürftige Menschen wie auch für Kooperationspartner im Bereich ambulanter Pflege. Im Fokus des pflegerischen Verständnisses steht die Selbstbestimmung hilfebedürftiger Menschen und das Bestreben, diesen größtmögliche Autonomie in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Dabei wird Führung als Rahmengeber betrachtet, die den Pflegekräften die eigenverantwortliche Steuerung des kompletten Pflegeprozesses in Zusammenarbeit mit den Hilfebedürftigen und deren Angehörigen ermöglicht. Im Februar 2019 startete in Trägerschaft der Bosold Pflege GmbH das erste Buurtzorg-Team in den neuen Bundesländern.Buurtzorg ist ein niederländisches Organisationsmodell ambulanter Pflege, in dem kleine Pflegeteams selbstorganisiert in ihrem Quartier Hilfe leisten, organisieren und koordinieren.
Im Rahmen von SO-SERVE kann auf den ersten Erfahrungen aus diesem neuen Pflegeverständnis heraus aufgebaut werden, indem Anforderungen für die menschengerechte Arbeitsgestaltung im Pflegebereich formuliert und unter wissenschaftlicher Begleitung umgesetzt werden. Dabei kommen Instrumente und Methoden zum Einsatz, die Dokumentationsprozesse straffen, Kommunikation vereinfachen und Wissen auch mobil bereitstellen, damit Mitarbeitende selbststeuernd und selbstwirksam Interaktion mit Pflegebedürftigen und deren Angehörigen gestalten können.

Die vital.services GmbH wurde 2010 gegründet und ist spezialisiert auf wertorientierte eHealth-Anwendungen. Mit mobilen Mehrwertapplikationen und -diensten unterstützt das Leipziger Unternehmen Gesundheits- und Sozialdienstleister bei Aufbau und Gestaltung regionaler Netzwerke.
Mit der Regionalen Servicestelle Betriebliche Gesundheit (RSBG) betreut die vital.services kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Vogtlandkreis in allen Themenfeldern der Betrieblichen Gesundheit. Exemplarisch für die Region werden in enger Zusammenarbeit mit den Trägern und Partnern der RSBG Unternehmen entlastet, informiert, begleitet und miteinander vernetzt. Im Mittelpunkt steht ein Shared Services Konzept, auf dessen Basis sich kleine Unternehmen zusammenschließen und ein Betriebliches Gesundheitsmanagement betreiben, wie es sich sonst nur große Unternehmen leisten können.
Mit Fokus auf Multiplikationsfähigkeit vereint die vital.services technisches, fachliches, betriebswirtschaftliches Knowhow, um innovative Ansätze in den Praxisalltag von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen zu transformieren und nachhaltig zu betreiben.
Im Rahmen von SO-SERVE erfolgt die Begleitung und Erprobung der Informationsmanagement-Plattform mit dem Ziel, diese nach Projektende betreiben und zur weiteren Nutzung bereitstellen zu können. Unternehmen können so mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und einem Methodenbaukasten bereichs- bzw. branchenübergreifende „Werkzeuge“ für die (Neu-)Gestaltung von Interaktionsarbeit auch nach Ende des Vorhabens an die Hand gegeben werden.