Betriebliche Gesundheit – Ein Dauerlauf, kein Sprint

Andreas Matzke bei der Begrüßung die Teilnehmenden

Wie lässt sich Betriebliche Gesundheit nachhaltig im Unternehmen verankern? Eine zentrale Frage angesichts des Wandels der Arbeitswelt, fortschreitender Digitalisierung und den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Zur Beantwortung lud der assoziierte Projektpartner Regionale Servicestelle Betriebliche Gesundheit Unternehmen und Multiplikatoren im Vogtlandkreis ein.

Bei sommerlichen Temperaturen trafen sich am 28. Juni 2022 vogtländische Unternehmen mit Vertreter:innen der IHK Regionalkammer Plauen, Handwerkskammer Chemnitz, Deutsche Rentenversicherung, Verwaltungsberufsgenossenschaft, Agentur für Arbeit und der AOK PLUS und diskutierten gemeinsam diese Frage: Für die nachhaltige Etablierung des Themas im Unternehmen braucht es unter anderem Zeit, Partner und Unterstützer, konkrete Ziele, Ausdauer, Kompetenzentwicklung sowie geeignete Methoden und Werkzeuge, damit auf dem Weg nicht die Luft ausgeht. Das Capitol-Kino Plauen bot mit seinen klimatisierten Plätzen und der großen Leinwand einen passenden Rahmen.

Dr. Christian Zinke-Wehlmann präsentierte den Methodenbaukasten als konkretes Ergebnis des Projektes SO-SERVE

Dr. Christian Zinke-Wehlmann nutzte diese Plattform, um den Teilnehmenden die Möglichkeiten des Zusammenspiels von Dienstleistungs- und Arbeitswissenschaften aufzuzeigen und das Projekt SO-SERVE vorzustellen. Dabei lud er die Teilnehmenden, die von ihnen angebotene Dienstleistung als Interaktionsprozess zu betrachteten. Im Rahmen dieses Perspektivwechsels wurden zugleich auch Aspekte der Arbeitsgestaltung aufgezeigt. Der Erkenntnisgewinn soll in die Gestaltung von Rahmenbedingungen der Interaktion mit Kund:innen, Patient:innen und Klient:innen einfließen, wodurch am Ende alle Beteiligten profitieren.

Am Beispiel der oftmals anzutreffenden Verantwortungsdiffusion in Unternehmen – viele Personen verfügen über die notwendige Qualifikation zur Ausübung einer Aufgabe doch niemand von ihnen fühlt sich zuständig – wurde mit Hilfe des SO-SERVE Methodenbaukastens eine mögliche Lösung dargestellt. Zudem präsentierte Dr. Zinke-Wehlmann dem Plauener Teilnehmerkreis die Methode „Digitallotsen“ zur Unterstützung bei der Einführung neuer Technik.

Die weiteren Impulse des Nachmittags gaben vielfältige Fragen und einige Antworten mit auf den Weg:

  • Wie geht man bei der Analyse der Arbeitsbedingungen vor, um die Ausgangssituation umfänglich zu erfassen?
  • Welchen Umgang mit Zeit pflegen wir im Unternehmen?
  • Beginnen wir unseren Tag mit dem wirklich Wichtigen oder nur mit dringlich Erscheinendem?
  • Bleiben so strategische Fragen wie die der Betrieblichen Gesundheit, Entwicklung der Arbeitsprozess oder die Fachkräftesicherung auf der Strecke?
  • Welche Rahmenbedingungen braucht selbstorganisiertes Lernen?
  • Verhindern wir Lernen im Unternehmen?
  • Was brauchen die Beschäftigten? Wie wichtig sind Netzwerke und Austausch?

Die Unternehmen und Multiplikatoren aus dem Netzwerk nahmen zahlreiche Anregungen und Impulse aus diesem Nachmittag mit und tauschten sich rege dazu aus.

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